1
Sind die Figuren unserer Träume real?
Haben sie Gefühle, gar Bewusstsein?
Und was geschieht, wenn wir erwachen?
Sterben sie, oder bleiben sie in einer Traumwelt am Leben?
Oder umgekehrt: Sind wir vielleicht nur
Figuren eines träumenden Gottes?
Und was geschieht, wenn dieser Gott eines Tages erwacht?
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2
Nacht
Die Nacht war schwarz und tangohaft verhangen. Die Fensterläden
hingen starr in der schiefen Dunkelheit. Ihr Schweigen drückte
von innen, als ob es dem Gefängnis der Finsternis entkommen
wollte. Das Kopfsteinpflaster glänzte von Zeit zu Zeit, lachenübergossen.
Auch wer gute Augen hatte, konnte nicht wissen, ob er durch Wasserpfützen
trat oder in Blut watete. Eine Katze, dunkel glühend wie
die Nacht, schlich scheu am Randstein entlang. Aus einer offenen
Tür quoll roter Schein, düster und erstarrt. Die zerquetschten
Töne eines löchrigen Bandoneons rollten über die
Straße und rannen müde in den Kanal, verloren wie ihr
Spieler, vergeblich wie die Liebe, die sie besangen. Über
der Stadt lag schwer der Hauch einer dunklen traurigen Wolke.
Alicia war allein. Mitten in der kleinen Gasse ging sie einem
unbekannten Ziel entgegen, aus dem Dunkel der Vergangenheit in
die Finsternis der Zukunft. Sie wusste nicht, wie sie hierher
gekommen war, wo sie war, wohin sie wollte.
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