1
Wohl dem, dessen Träume wahr werden - meinen
wir. Wehe dem, wem die Götter dies gewähren. Denn das
Paradies des Träumers ist die Hölle all derer, die nicht
träumen.
|
2
Abschied
Die Zeit des Abschieds war gekommen. Mehr als ein Jahrzehnt
hatte Hara bei der Hohepriesterin gedient und gelernt, war eingeweiht
worden in die Mysterien der Isis, in das uralte Wissen, das nur
Frauen weitergeben durften, das zur Erhaltung der Erde, der Natur,
der Tiere, Pflanzen, Mineralien und auch der Menschen diente.
Sie war eine gute Schülerin gewesen, lerneifrig, aufgeschlossen,
gehorsam. Sie hatte die Strenge und Distanziertheit der Hohepriesterin
immer geachtet. Doch obwohl sich ihre Initiierung in den
formalen Bahnen eines Lehrer - Schüler-
Verhältnisses abspielte, hatte sie sich dennoch nie ausgeschlossen
gefühlt. Der Tempel mit seinen türkisfarbenen
Vorhängen, den Jade-
Statuen, den Kupfergefäßen und den Bildern aus Lehm
und roter Erde - er war ihr zur Heimat geworden. Zu einem vertrauten
und sicheren Refugium.
Hara hatte alle Prüfungen bestanden, hatte all das Wissen,
das ihr zustand, richtig aufgefasst,
|